Sogenanntes „Cybergrooming“: Oft übersehen oder unterschätzt wird die Möglichkeit, dass Kinder beim Chatten in sozialen Netzwerken auf ältere Kommunikationspartner treffen, die unter Vortäuschung gleichen Alters versuchen Vertrauen zu ihnen aufzubauen, um sich auf diesem Wege Gelegenheiten für sexuelle Missbrauchstaten zu verschaffen. Deshalb widmet sich die Präventionspuppenbühne der Polizei Bremen mit einem neuen Theaterstück für ältere Grundschulkinder der Sensibilisierung gegenüber derartigen Gefahren und der Vermittlung sinnvoller Verhaltenstipps zu deren Minimierung.
Die Puppenspielerinnen im Einsatz
Premiere des neuen Stücks vor Medienvertretern und Unterstützern am 30.04.2026 im Polizeipräsidium: Beklemmende Betroffenheit bei allen Anwesenden nach der in die Thematik einführenden (anonymisierten) Schilderung eines besonders perfiden Bremer Beispielfalles mit gravierenden Folgen für das betroffene Kind und Familienangehörige. Dann geht’s los. Gekonnt wird die Zielgruppe durch die Aufführung in ihrer Lebens- und Erfahrungswelt angesprochen und gedanklich abgeholt. Dargestellt wird die Geschichte des 10jährigen Noah, der im Chat einen vermeintlich gleichaltrigen Freund und Vertrauten findet, letztendlich aber zur Übersendung eines Nacktfotos und einem heimlichen persönlichen Treffen überredet wird, bei dem er zum Schluss der Handlung unerwartet auf einen Erwachsenen trifft. Professionell gemacht und konzeptionell eingebunden in ein feingliedrig durchdachtes pädagogisches Vor- und Nachbereitungsprogramm, das Lehrkräfte und Eltern mit einbezieht und gemeinsam von Polizisten und Verantwortlichen des Bildungsbereiches entwickelt wurde. Sehr beeindruckend auch, dass die Puppenbühne für dieses Stück neben ihrer Leitung durch eine Polizistin, komplett von ehrenamtlichen Mitarbeitenden betrieben wird.
Die Puppenspielerinnen im Einsatz
Der WEISSE RING Landesverband Bremen freut sich diesen neuen und zusätzlichen Präventionsansatz durch die Zurverfügungstellung eines Großteils der Bühnentechnik (Gesamtbeschaffungswert von mehr als 5000€) im Rahmen einer spendenfinanzierten kostenlosen Dauerleihgabe mit ermöglicht zu haben und dauerhaft zu unterstützen.
Landesvorsitzender Hans Jürgen Zacharias: „Gerade weil Präventions- und Unterstützungsangebote im direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen besonders qualifiziertem Fachpersonal vorbehalten sein müssen, ist es für uns wichtig auf diese Weise trotzdem tatkräftig zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt beizutragen zu können. Wir danken in diesem Zusammenhang allen Personen und Institutionen, die uns mit Spenden für die Präventionsarbeit in Bremen unterstützen und damit dieses und andere sinnvolle Projekte mit ermöglichen.“
Polizeivizepräsident Mirko Robbers und WR-Landesvorsitzender Hans Jürgen Zacharias bei der Unterzeichnung der Überlassungsvereinbarung (Fotos alle: WEISSER RING)